ETF Portfolio

Exchange Traded Funds (ETFs) haben sich in den letzten Jahren als eine der beliebtesten Anlageformen etabliert. Sie bieten kostengünstige Diversifikation und sind ideal für langfristigen Vermögensaufbau. In diesem umfassenden Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt ein erfolgreiches ETF-Portfolio aufbauen.

Was sind ETFs?

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen bestimmten Index wie den MSCI World oder den S&P 500 nachbilden. Sie vereinen die Vorteile von Aktien und Investmentfonds: Sie sind jederzeit handelbar wie Aktien und bieten gleichzeitig die breite Streuung eines Investmentfonds. Die Kosten sind dabei deutlich geringer als bei aktiv gemanagten Fonds.

Die Vorteile von ETFs

ETFs überzeugen durch mehrere Vorteile: niedrige Kosten mit Gesamtkostenquoten oft unter 0,5% pro Jahr, breite Diversifikation über hunderte oder tausende Unternehmen, hohe Transparenz durch tägliche Veröffentlichung der enthaltenen Werte, und einfacher Handel über die Börse. Diese Kombination macht ETFs besonders für Privatanleger attraktiv.

Die richtige Asset-Allocation

Die Asset-Allocation beschreibt die Aufteilung Ihres Kapitals auf verschiedene Anlageklassen. Eine klassische Aufteilung für langfristige Anleger könnte sein: 70% Aktien-ETFs, 20% Anleihen-ETFs und 10% Rohstoff-ETFs oder Immobilien-ETFs. Jüngere Anleger können einen höheren Aktienanteil wählen, während ältere Anleger mehr auf Sicherheit setzen sollten.

Core-Satellite-Strategie

Eine bewährte Strategie ist das Core-Satellite-Prinzip. Der Core bildet den Kern Ihres Portfolios mit breit gestreuten ETFs wie einem MSCI World ETF oder einem MSCI All Country World ETF. Diese sollten etwa 70-80% des Portfolios ausmachen. Die Satelliten sind speziellere ETFs wie Schwellenländer-, Branchen- oder Themen-ETFs, die für zusätzliche Renditechancen sorgen.

Beliebte ETF-Kombinationen

Für Einsteiger eignet sich eine einfache Kombination aus einem MSCI World ETF und einem Emerging Markets ETF im Verhältnis 70:30. Fortgeschrittene Anleger können zusätzlich Small-Cap-ETFs oder Sektor-ETFs beimischen. Eine globale Diversifikation über verschiedene Regionen und Branchen minimiert das Risiko und maximiert die Chancen.

Kosten im Blick behalten

Auch wenn ETFs günstig sind, summieren sich die Kosten über die Jahre. Achten Sie auf die TER (Total Expense Ratio), die jährlichen Gesamtkosten des ETFs. Replizierende ETFs können günstiger sein als synthetische ETFs. Auch die Handelskosten bei Ihrem Broker sollten Sie berücksichtigen. Viele Broker bieten kostenlose Sparpläne auf ausgewählte ETFs an.

Sparplan oder Einmalanlage?

ETF-Sparpläne sind ideal für regelmäßiges Investieren und nutzen den Cost-Average-Effekt. Sie investieren monatlich einen festen Betrag und kaufen bei niedrigen Kursen mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Dies glättet Marktschwankungen. Einmalanlagen können sinnvoll sein, wenn Sie größere Summen anlegen möchten, erfordern aber gutes Market-Timing.

Rebalancing des Portfolios

Im Laufe der Zeit verschieben sich die Gewichtungen in Ihrem Portfolio durch unterschiedliche Wertentwicklungen. Ein jährliches Rebalancing stellt die ursprüngliche Aufteilung wieder her. Verkaufen Sie dafür Anteile der gut gelaufenen ETFs und kaufen Sie von den schwächeren nach. Dies erzwingt automatisch das Prinzip "Kaufe niedrig, verkaufe hoch".

Steuerliche Optimierung

In Österreich unterliegen Kursgewinne und Ausschüttungen von ETFs der Kapitalertragsteuer von 27,5%. Thesaurierende ETFs, die Erträge automatisch reinvestieren, können steuerlich vorteilhafter sein als ausschüttende ETFs. Nutzen Sie den Freibetrag und beachten Sie die Meldefonds-Regelung für steuerliche Transparenz.

Fazit

Ein gut strukturiertes ETF-Portfolio ist die Grundlage für erfolgreichen langfristigen Vermögensaufbau. Mit der richtigen Mischung aus Core- und Satellite-ETFs, regelmäßigen Sparplan-Ausführungen und gelegentlichem Rebalancing schaffen Sie ein robustes Portfolio. Bleiben Sie diszipliniert, lassen Sie sich nicht von kurzfristigen Marktschwankungen verunsichern und vertrauen Sie auf die langfristige Entwicklung der Märkte.

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